Mallorcas Westen unterteilt sich in zwei Regionen. Der Südwesten ist eine der exklusivsten Wohngegenden der Insel, viele Prominente haben sich hier an der Küste niedergelassen und wohlhabende Villen und Anwesen prägen vielerorts das Bild.

Der Nordwesten hingegen steht ganz im Zeichen des wilden Tramuntana-Gebirges und bietet den absoluten Kontrast mit seiner beeindruckenden Natur. Das Landschaftsbild ist abwechslungsreich. Mal sieht man nichts als bewaldete Felsen, mal findet man sich zwischen üppigen Obstplantagen. Der Reiz des Westens ist – ähnlich dem der ganzen Insel – seine Vielfalt.

Mallorcas Hauptstadt Palma liegt im Südwesten und ist gleichzeitig größte Stadt der Insel. Die Metropole voller Leben bietet unzählige Sehenswürdigkeiten, Kunst und Kultur. Wer Palma besuchen möchte, dem seien als Inspiration das Schloss Bellver bei Palma und natürlich die monumentale Kathedrale La Seu ans Herz gelegt. Man benötigt Zeit, um die Stadt mit all ihren Facetten zu entdecken. Aber auch in kurzer Zeit kann man sich bei einem Stadtbummel durch die Gassen treiben lassen und dabei etwas vom Flair aufnehmen.

Geschichte hautnah erleben und in vergangenen Zeiten schwelgen kann man in La Granja. Das alte Herrenhaus bei Esporles ist eines der besterhaltenen und schönsten Anwesen der Insel. Erbaut im 10. Jahrhundert, beheimatet das ehemalige Kloster nun ein Freilichtmuseum, umgeben von prächtigen Gärten mit heimischer Vegetation. In einer Führung oder auf eigene Faust kann man Gelände und Haus erkunden und dabei lernen, wie die Mallorquiner vor Jahrhunderten hier gelebt haben. Kinder werden sich besonders am Streichelzoo und seinen Bauernhoftieren erfreuen. Ein Highlight ist auch die Verkostung zahlreicher Produkte der mallorquinischen Küche.

Das Bergdorf Valldemossa hat seine besondere Geschichte: Der Komponist Frederic Chopin verbrachte hier mit seiner Freundin George Sand den Winter 1838. Das in dieser Zeit entstandene Buch Sands „Ein Winter auf Mallorca“ lockt noch heute die Besucher nach Valldemossa in der Tramuntana und macht den Ort zum meistbesuchten Dorf der Insel. Das sollte Besucher jedoch nicht abschrecken, denn das authentische Flair, die Architektur und nicht zuletzt die idyllische Landschaft des Bergdorfes sind einen Besuch wert.

Gut besuchte Sandstrände finden sich vor allem in der Region westlich von Palma und im äußersten Südwesten. Wem allerdings Kiesstrände nichts ausmachen, der wird an der Nordwestküste mit traumhaften, mäßig besuchten Buchten belohnt. Das Küstenpanorama und das klare Wasser sind einmalig. Wegen des oft schwierigen Zugangs zu Fuß und aufgrund fehlender Sandstrände bleiben die Touristenmassen hier fern. Fast noch Geheimtipps sind zum Beispiel Port de Canonge, eine kleine Bucht mit alten Fischerhäusern, oder Cala Deia in der Nähe des Künstlerdorfs Deia. In Cala Banyalbufar sind alte Bootsgaragen direkt in den Fels gebaut.

Wer in der Gegend von Banyalbufar ist, wird mit Staunen die Terrassen in den Berghängen bemerken. Früher Weinanbaugebiet, wachsen hier heute dank ausgeklügelter Bewässerungssysteme Obst und Gemüse. Der Blick über die Terrassen bis zum Meer ist wunderschön und mindestens ein Foto wert.

Ein herrlicher Aussichtspunkt befindet sich an der Nordwestküste zwischen Banyalbufar und Estellencs. Der klangvolle Name „Mirador de Ses Animes“ bedeutet soviel wie „Aussichtspunkt der Seelen“, und die Aussicht über die Nordwestküste ist wirklich überwältigend. Ein alter Wachtturm, der Torre del Verger, krönt den Felsen. Die Wachttürme befinden sich auf Mallorca entlang der ganzen Küste und dienten früher als Überwachungssystem gegen Piratenangriffe.

Ein Ausflugsziel für Hobbyfotografen und Pflanzenliebhaber sind die Jardines de Alfabia. Die Maurischen Gärten bei Bunyola wurden von den Arabern errichtet und bilden eine prächtige Vielfalt aus mediterranen Pflanzen, schattigen Laubengängen, sanften Wasserspielen und Plätzen zum Verweilen. Wer diese Perfektion besichtigen will, sollte gerade im Sommer damit rechnen, dass er die Gärten mit Busladungen voller Touristen teilen muss. Ergänzend bietet sich im Anschluss ein Besuch des nicht so überfüllten Jardí Botànic de Sollér an. Wenn man den schnellen Weg durch den Tunnel nach Sollér wählt, ist man in ca. 15 Minuten Fahrtzeit dort. Der Park ist kleiner, der Eintritt dafür aber günstiger und die Schönheit der Pflanzenwelt wird sich auch hier dem geneigten Besucher erschließen.

Eine Fahrt mit dem „Roten Blitz“ gehört zu einem Ausflug in Mallorcas Westen schon fast dazu. Die alte Eisenbahnverbindung hat durch ihren Spitznamen Berühmtheit erlangt und fährt in etwa einer Stunde von Palma nach Sollér. Der Zug ist eine wahre Touristenattraktion und in der Hochsaison ist ein frühzeitiger Ticketkauf zu empfehlen. Die Fahrt führt mitten durch die malerische Landschaft der Serra de Tramuntana. Gerade für Familien ist die historische Zugfahrt ein Erlebnis.

Mallorcas westlichsten Punkt bildet die Dracheninsel Sa Dragonera, die ihren Namen wegen ihrer außergewöhnlichen Form trägt. Sie ähnelt mit etwas Fantasie einem schlafenden Drachen. Die unbewohnte Insel liegt etwa 800 m vor der Westküste bei Sant Elm und beheimatet als Naturschutzgebiet nur noch Tiere und Pflanzen. Besucher können die Insel mit dem Boot von Sant Elm aus erreichen und die einzigartige Natur durchstreifen. Die Besucherzahlen sind aus Naturschutzgründen limitiert.
Nicht nur Mallorcas Hauptstadt ist im Westen einen unbedingten Besuch wert. Wer den ganzen Charme der Insel erleben will, muss die Serra de Tramuntana im Westen erwandern, Häfen, Buchten und Bergdörfer kennen lernen und das Zusammenspiel zwischen Natur und Zivilisation genießen.

Mallorcas Westen – Malerische Kontraste zwischen Gebirge und Feriensiedlungen.

