La Granja

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Das Landgut La Granja ist ein uralter Gutshof in der Serra da Tramuntana. Begünstigt durch seine Lage in der Nähe einer klaren Felsenquelle, haben sich hier bereits vor über tausend Jahren die Araber zur landwirtschaftlichen Nutzung niedergelassen. Das riesige Areal aus Nutzräumen, Stallungen, Werkstätten, Gärten, Kellern und einem imposanten Herrenhaus steht der Öffentlichkeit zur Besichtigung offen. Auf La Granja könnt ihr die Genüsse des ländlichen Lebens kennenlernen und erfahren, wie in früheren Jahrhunderten auf Mallorca traditionell gelebt wurde.

Lage und Anfahrt

Das Landgut La Granja findet ihr in der Serra de Tramuntana, südlich von Valldemossa in der Nähe der Stadt Esporles. Von Palma aus kommend benötigt ihr für die 31 Kilometer bis La Granja knapp 40 Minuten Fahrzeit. Es geht über die Ma-20 stadtauswärts, dann über die Ma-1110 Richtung Sa Garriga und die Ma-1120 nach Esporles. Hier findet ihr das Gut zwei Kilometer westlich der Stadt an der Straße nach Puigpunyent.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Erwachsene zahlen für die Besichtigung von La Granja 15 Euro. Kinder dürfen den Gutshof für acht Euro Eintritt betreten. Im Preis inklusive sind kleine Kostproben der Spezialitäten des Landguts. Geöffnet ist La Granja im Sommer von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr, im Winter von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Mittwochs und Freitags gibt es um 16.00 Uhr eine Pferde-Show, Donnerstag werden um 16.00 Uhr regionale Tänze aufgeführt.

Wasser schafft Wohlstand

La Granja Gartenanlage

Das Landgut La Granja erstreckt sich über ein riesiges Areal von 3000 Quadratmetern. Ursprung des Lebens ist eine Felsenquelle, die schon zu römischen Zeiten geschätzt wurde. Es waren die Araber, die als geschickte Wasserbauer die Quelle effizient zu nutzen verstanden und mit ihrem Bewässerungssystem die Basis für den Wohlstand von La Granja legten. Nach ihrer Vertreibung ließ sich Graf Nuno Sans auf den Ländereien von La Granja nieder und übertrug das Gut dem Zisterzienserorden. Nach weiteren Besitzerwechseln kam La Granja in den Besitz der Familie Fortuny, die das Herrenhaus im 18. Jahrhundert umfangreich im Stil des Barock restaurieren ließ. Der heutige Besitzer Cristóbal Colom baute das Gut zu dem sehenswerten Museum um, das es heute ist.

Selbstversorgung wurde groß geschrieben

La Granja Freilichtmuseum

Wie lebte der einfache und der aristokratische Mallorquiner auf dem Land? Wie wurden die Handwerke ausgeübt? Welche Pflanzen wurden angebaut, welche Tiere gehalten? Wie vertrieb sich die Bevölkerung die Zeit, wie lebte sie zusammen? Diese und viele andere Fragen könnt ihr euch durch einen Besuch auf La Granja beantworten lassen. Heute wird viel über Nachhaltigkeit, die Nutzung von Ressourcen und ökologisches Wirtschaften nachgedacht. Auf La Granja wird euch veranschaulicht, wie so etwas früher funktionierte. Der Eintritt berechtigt euch dazu, ungehindert durch das weitläufige Gebäude, seine Anbauten und Gärten zu streifen.

La Granja

La Granja ist ein kleiner Staat für sich, der auf seinem Gebiet alles versammelt, was ein unabhängiges und komfortables Leben braucht. Ein ausgeschilderter Rundweg gibt euch bei dem Gang durch das zweigeschossige Herrenhaus Orientierung. Es ist beeindruckend, welcher Wohlstand mit der Bewirtschaftung des Landes erzielt werden konnte. Ihr seht den im florentinischen Stil eingerichteten Salon und einen Thronsaal mit Theaterbühne. Arabische Architekturelemente weisen auf die Besatzungszeit vom 10. bis zum 13. Jahrhundert hin. Der arabische Turm wurde von den Zisterziensermönchen als Einsiedelei genutzt.

Garten in La Granja

Ein Staat für sich von der Färberei bis zur Folterkammer

La Granja setzt sich aus über 50 Gebäudeteilen und Wirtschaftsanlagen zusammen. Es gibt eine Ölmühle, eine Färberei, eine Schusterei, eine Töpferwerkstatt, eine Destillieranlage, sogar eine komplett eingerichtete historische Zahnarztpraxis. Eine Schmiede, eine Näherei, Schreiner- und Drechslerwerkstätten ergänzten die Selbstversorgung von La Granja. Ebenfalls nicht fehlen durfte der Weinkeller. Um die Unabhängigkeit komplett zu machen, wurde auf La Granja auch Recht gesprochen. Trauriges Zeugnis der feudalen Selbstherrlichkeit ist ein gut ausgestatteter Folterkeller – heutige eines der grusligen Besichtigungshighlights für Touristen.

La Granja Innenhof

Nach der Besichtigungstour dürft ihr euch im schattigen Vorhof von La Granja auf einem Liegestuhl erholen. Ein Exkurs in die kulinarischen Genüsse macht die Reise ins echte mallorquiner Landleben komplett. Auf einer kostenlosen Weinprobe lernt ihr das Potenzial des Inselweins kennen. Dazu werden Leckerbissen wie die Sobrasada gereicht, jene legendäre, aus dem schwarzen Mallorca-Schwein gewonnene Wurst. Ihr dürft Feigen-, Kürbis-, Aprikosen- und Orangenmarmeladen probieren und in das herrlich frische Ölgebäck der Bunyoles beißen. Selbstverständlich gibt es all diese Köstlichkeiten und noch einiges mehr im Hofladen zu kaufen.

La Granja Weinprobe

Fazit

Ein Besuch auf La Granja ist wie ein Ausflug in einen Staat für sich. Nirgendwo sonst könnt ihr anschaulicher erfahren, wie unabhängig die adligen und nichtadligen Mallorquiner in den früheren Zeiten auf dem Land gelebt haben. Und welcher Wohlstand aus einer alle Ressourcen nutzenden Landwirtschaft gewonnen werden konnte.

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