Talaia d’Albercutx

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Das Cap Formentor auf Mallorca ist ein besonderer Ort: Im nördlichsten Zipfel der Insel gelegen, ragt es fünfzehn Kilometer tief mit schroffen Felswänden ins Mittelmeer. Hier liegt die bestbesuchte Aussichtsterrasse Mallorcas, der Mirador Es Colomer. Auf ihr versammeln sich jährlich Millionen Urlauber, um für die Daheimgebliebenen Fotos einer der eigenwillig schönsten Landschaften der Welt zu schießen. Was die meisten von Euch nicht wissen: Überirdische Schönheit lässt sich noch steigern. Sie liegt gar nicht weit entfernt und heißt: Talaia d’Albercutx.

Kultur und Geschichte

Talaia d'Albercutx

Der Talaia d’Albercutx fügt sich wie gewachsen in die Felslandschaft des Cap Formentor ein. Vor 300 Jahren stand dort oben ein Wachmann und entfachte das Warnfeuer, wenn eines der maurisch-türkischen Schiffe auf Überfallkurs die Inselküste ansteuerte. Die Seeschlacht von Lepanto setzte dem osmanischen Piratentum ein Ende: Der Talaia d’Albercutx, unzerstörbar aus Inselbruchsteinen geschichtet, schlummerte einen langen Dornröschenschlaf. Aus diesem Schlaf erwachte er mit dem aufkommenden Mallorca-Tourismus. Aber auch heute noch finden die wenigsten Urlauber Ihren Weg zu einem der unvergesslichsten Mittelmeerpanoramen.

Lage und Anfahrt

Das Beste kommt zum Schluss. Das gilt für den Talaia d’Albercutx auf jeden Fall. Aber auch der Weg dorthin ist nicht zu verachten. Wie in einer guten Geschichte steigt langsam die Spannung, je weiter ihr kommt – bis zur überraschenden Lösung, in diesem Fall einem unbezahlbaren Rundblick übers antike Mare Nostrum. Doch bevor wir versuchen, Euch in schwachen Worten eine Vorstellung vom Traumpanorama des Talaia d’Albercutx zu vermitteln, wollen wir ein paar Worte über den Weg dorthin verlieren. Denn auch eine gute Geschichte wird nicht von hinten nach vorne gelesen.

Mirador Es Colomer
Mirador Es Colomer

Die Punta de la Nao mit ihrer Aussichtsterrasse Mirador Es Colomer ist Start des Aufstiegs zum Talaia d’Albercutx. Die Anfahrt mit dem Auto epfehlen wir nur geübten Fahrern und außerdem nicht in der Hochsaison oder bei schlechtem Wetter: Die Straße erweist sich als eng, wellig und geschlängelt. Wenden bedeutet volle Konzentration und Erfahrung. 2,3 Kilometer legt Ihr auf der ausgeschilderten Stichstraße zurück und überwindet dabei 153 Höhenmeter. Das ist ohne großen Zeitaufwand zu Fuß zu schaffen. Mit jeder Kehre steigt die Vorfreude auf das große Wachturmpanorama. Auch Radsportler nehmen sich auf ihrem Weg zum Leuchtturm manchmal die Zeit für die kurze Bergtour. Allerdings soll es ziemlich schwierig sein, in Radfahrerschuhen die Steigeisen des Turms zu meistern. Aber auch das ist schon gelungen.

Stairway to Heaven

Wachturm Talaia d'Albercutx

Es ist geschafft. Ihr habt die himmelan schlängelnde Straße mit ihren vielen traumhaften Ausblicken hinter euch. Jetzt, am Fuß des Talaia d’Albercutx, scheiden sich die Geister. Die einen geben sich mit dem Panorama auf 360 Metern über dem Meer zufrieden. Die anderen klettern außen am Turm bis zum Eingang und genießen auf zehn Zusatzmetern das Turmwächterpanorama. Der Blick von hier oben ist weit: Bis nach Menorca könnt Ihr bei gutem Wetter sehen. Zu Euren Füßen erstreckt sich die Bucht von Pollenca. Das kantig-schmale Profil der Halbinsel La Victoria erinnert an ein lauerndes Krokodil. Dahinter liegen die Bucht von Alcúdia und die Bergrücken von Artá mit den im Licht gleißenden Dächern von Colònia de Sant Pere. Mit der sinkenden Sonne heben sich die Grate des Tramantuna-Gebirges scharf vor Himmel und Meer ab. Für diesen Rundblick braucht Ihr keinen Fotoapparat. Denn Ihr werdet ihn nie wieder vergessen.

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