Cap de Formentor

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Die Nordspitze der Baleareninsel Mallorca wird von der Halbinsel Formentor gebildet, die sich von Port de Pollença über zwanzig Kilometer nach Nordosten hinzieht, bis ans Cap Formentor mit dem markanten Leuchtturm. Die Gegend ist karg und felsig und obwohl die Halbinsel nur zwischen ein und drei Kilometer breit ist, sind die Berge bis zu 360 Meter hoch. Die MA 2210 zieht sich mit vielen Kurven durch diese urwüchsige, wind- und wasserzerklüftete Landschaft. Mit Auto, Motorrad oder Roller und für trainierte Radler auch mit dem Fahrrad ist allein schon die Fahrt nach Cap Formentor durch die immer wieder neuen Ausblicke ein einzigartiges Erlebnis.

Aussichtspunkte (Miradores)

Mirador Es Mal Pas am Cap de Formentor

Die Miradores, sind eine der wichtigsten Attraktionen bei der Erkundung der Halbinsel.

  • Mirador de Sa Creueta

Dieser Aussichtspunkt wird oft auch Mirador es Colomer nach der von dort sichtbaren vorgelagerten Felsinsel genannt. Oder der Erbauer der kühn angelegten Straße bis zum Cap dient als Namensgeber, weil für ihn ein Denkmal an der Aussichtsplattform steht. Dann spricht man vom Mirador Antonio Parietti Coll, denn so hieß der italienische Ingenieur, der die Straße in den 1930er Jahren geplant hat. In einer kurzen, kurvenreichen Fahrt von Port de Pollença steil bergauf erreicht man diesen grandiosen Ort nach etwa vier Kilometern. Der Parkplatz ist manchmal etwas chaotisch, weil auch alle Touristenbusse hier einen Stopp machen. Trotzdem lohnt sich der Weg über teilweise waghalsig angelegte Wege und Treppen bis zum Aussichtspunkt selbst. Hier steht man 232 Meter über dem Meer und man kann das auch sehr gut sehen und am Wind fühlen. Ein Platz für Liebhaber spektakulärer Ausblicke, nichts für Leute, die mit Schwindelgefühlen zu kämpfen haben.

  • Mirador Es Mal Pas (Talaia d’Albercutx)

Dieser Aussichtspunkt ist wesentlich schwieriger zu erreichen, dafür aber auch wesentlich ruhiger. Die Straße dorthin startet gleich gegenüber des Parkplatzes von Mirador Es Colomer und führt mit vielen Schlaglöchern in die Berge. Es geht an einem Leuchtfeuer für anfliegende Flugzeuge nach Palma vorbei und auch an einer aufgegebenen Militäranlage. Nach einer letzten Haarnadelkurve endet die Straße schließlich an einem kleinen Wendeplatz. Wer sich von den Widrigkeiten der Fahrt und einem noch zurückzulegenden kleinen Fußmarsch nicht abhalten lässt, der wird belohnt vom Talaia d’Albercutx. Das ist einer der Wachtürme aus dem 16. Jahrhundert, mit dem sich die Mallorquiner gegen die damals um sich greifenden Piratenüberfälle zu schützen suchten. Sie sind rings um die Insel in mehr oder weniger erhaltenem Zustand zu finden und warnten damals die Menschen durch Rauch- oder Feuersignale vor gesichteten Piratenschiffen. Dementsprechend ist auch der Ausblick vom Talaia d’Albercutx: einfach überwältigend! Man überblickt fast die ganze Halbinsel Formentor (360-Grad-Panorama bei Google Photo Sphere), die Bucht von Alcudia und sieht auch das legendäre Hotel Formentor, in dem schon Churchill logierte.

Die Strände der Halbinsel Formentor

Playa de Formentor

Auch wenn die Küste hier hauptsächlich felsig und steil ins Meer abfallend ist, gibt es auf Formentor einige kleine, mehr oder weniger versteckte Strände. Ganz Formentor ist Naturschutzgebiet, so dass die Verbauung sich zumindest in Grenzen hält. Wie überall, wo Felsküste das Bild beherrscht, haben die Strände auf Formentor ihren ganz eigenen Charme.

  • Cala Pi de la Posada (Playa Formentor)

Playa de Formentor

Beginnen wir mit dem Strand direkt beim schon erwähnten Hotel Formentor. Die Bucht Cala Pi de la Posada oder auch einfach Playa Formentor liegt etwa auf halber Strecke bis zum Cap Formentor an der südlichen Küste der Halbinsel. Man folgt der Wegweisung zum Hotel Formentor und fährt bis zum kostenpflichtigen Parkplatz. Der Strand selbst ist trotz der Nähe des exklusiven Hotels für die Öffentlichkeit zugänglich und sehr schön gelegen zwischen Pinien und Steineichen, die teilweise bis zum Strand reichen. Hier gibt es Restaurants und Bars, Liegen und Sonnenschirme aber auch noch genug Platz, für ein bisschen individuellen Strandgenuss. Der Blick in die Bucht und auf die vorgelagerte Insel Illa del Geret mit den vielen dort ankernden Booten ist romantisch und pittoresk.

  • Cala en Feliu

Über einen ziemlich verwegenen Pfad an der Küste entlang erreicht man vom Hotel Formentor aus Richtung Nordosten die einsame Cala en Feliu. Auch aus der anderen Richtung von der Cala Murta her ist die kleine Stein- und Kiesbucht nur nach einer zwei Kilometer langen Wanderung zu erreichen. Dafür hat man hier oft seine Ruhe, glasklares Wasser zwischen steilen Felswänden und einen kleinen Bach, der hier ins Meer mündet.

  • Cala Murta

Zur Cala Murta geht man ca. 25 Minuten zu Fuß, nachdem man von der MA 2210 rechts Richtung Possessió Cala Murta abgebogen ist. Auch diese tief ins Land eingeschnittene Bucht liegt an einer Bachmündung. Der kleine Strand ist sandig, kiesig und es geht nicht ganz so flach ins Wasser wie an vielen anderen mallorquinischen Stränden. Deshalb eignet sich die Bucht auch gut zum Ankern mit dem Boot. Ein ruhiger Platz inmitten der Natur, Stranderlebnis für Ruhesuchende.

  • Cala Figuera

Cala Figuera

An der Nordküste der Halbinsel Formentor liegt eine der vielen Feigenbuchten Mallorcas. Die Cala Figuera des Nordens könnte man also sagen. Bei Kilometer zwölf der Straße von Pollença her zweigt links eine Schotterpiste ab, die man aber besser nicht mit dem Auto fährt, sondern zu Fuß begeht. Es ist nur ungefähr ein Kilometer bis zum Kiesstrand. Der liegt umgeben von schroffen Felshängen malerisch am Ende einer langen Bucht. Es gibt kaum Zeichen von Zivilisation hier, also auch keine Strandinfrastruktur, nur Ruhe, wunderbares, dunkelblaues Wasser und wenige andere Individualisten, mit denen man dieses Paradies teilen muss.

Cap Formentor

Das Cap Formentor mit dem gleichnamigen von 1860 bis 1863 erbauten Leuchtturm ist Endpunkt der Straße und Höhepunkt einer Fahrt über die Halbinsel. Der 22 Meter hohe Turm liegt auf einer Klippe 167 Meter über dem Meeresspiegel. 272 in den Fels gehauene Stufen führen hinunter zum Meer. Von dort wurde während der Bauzeit das mit Schiffen angelieferte Material mit einer Seilwinde zur Baustelle hochgehievt. Seit der Turm ferngesteuert betrieben und per Solarenergie elektrisch versorgt wird, ist das Basishaus des Leuchtturmes ein kleines Restaurant. Hier kann man sich, falls man die bergige Strecke mit dem Fahrrad zurückgelegt hat, für die Strapazen belohnen und den Ausblick genießen. Bei gutem Wetter ist die 40 Kilometer entfernte Nachbarinsel Menorca zu erkennen.

Wandern auf Formentor

Es gibt nur die eine Straße bis zum Cap Formentor und keine durchgehenden Wege an der Küste entlang. Deshalb ist das Wandern auf Formentor nur in bestimmten Teilbereichen möglich. Schon erwähnt wurde die kleine Strecke zwischen der Cala Murta und der Playa Formentor. Vom Cap Formentor aus kann man eine sehr schöne Wanderung bis zur Cala Murta machen. Vom Parkplatz vor dem Tunnel zum Cap Formentor geht man durch den Tunnel und danach links zum Camí Vell del Far, dem alten Pfad zum Leuchtturm. Über den Col de la Creu wandert man zum Fumat, dem höchsten Berg der Halbinsel und von dort weiter zum wunderschönen Strand der Cala Murta, wo man sich mit einem kühlen Bad im Meer erfrischen kann. Mit dem Rückweg zum Parkplatz ist das eine etwa zehn Kilometer lange Wanderung mit gut 800 zu überwindenden Höhenmetern. Die Gehzeit ist ca. dreieinhalb Stunden, was auf Mallorca heißt, dass man genug Wasser dabeihaben sollte.

Las Islas Reisen

Die Leidenschaft, Erfahrung und das Wissen aus über 20 Jahren privater Finca- und Ferienhausvermittlung auf Mallorca möchten wir, das Team von Las Islas Reisen, auf dieser Webseite mit allen Mallorca-Fans teilen.

Kommentare1 Kommentar

  1. Roland Nunn

    Endlich ein Artikel der nicht nur das Meer bearbeitet und beschreibt, denn Mallorcas Natur ist echt schön und atemberaubend. Paar gute Tipps um Malloca besser kennen zu lernen und natrürlich Spaß zu haben. Ich wurde das echt empfehlen.

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