Der Osten Mallorcas wirkt wie eine Kompaktversion der ganzen Insel. Auf dieser kleinen Fläche findet man alle geographischen Charakteristika, welche die Insel im Gesamten ausmachen. Berge, Täler, Sandstrände, Felsbuchten, Städte und Dörfer – die Region Llevant, zu deutsch Osten, verzaubert mit ihrer Vielfalt wie kein anderes Gebiet Mallorcas.
Nirgendwo sonst sind die Gegensätze zwischen idyllischer Natur und Pauschaltourismus deutlicher und nirgendwo sonst ergänzt sich beides so nah beieinander. Reich besiedelte Touristenorte und Urlaubsattraktionen reihen sich ein neben verlassenen Buchten und ruhigen Küsten. Mallorca Ost bietet Abwechslung für jeden Geschmack.
Zentrales landschaftliches Merkmal ist die Serra de Llevant, das östliche Küstengebirge. In seiner Größe und seinen Formationen zwar nicht so beeindruckend wie die Serra de Tramuntana im Norden, ist es dennoch ein reizvolles Gebiet für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge in die Natur.
In den Hügeln liegt die Einsiedelei Ermita de Betlem. Das Kloster wird von wenigen Mönchen bewohnt. Startet man zu Fuß in der Urbanisation Betlem über den Wanderweg, bewältigt man einen Höhenunterschied von 250 m. Die stille Atmosphäre am Kloster, der Klostergarten und die Aussicht auf die Bucht von Alcudia entlohnen für den nicht ganz einfachen Aufstieg. Die Klosterkapelle ist frei zugänglich und noch nicht vom großen Touristenansturm betroffen.
Vielerorts heißt es, an Mallorcas Ostküste befänden sich die schönsten Strände der Insel. Tatsächlich ist die Ostküste berühmt für ihre familienfreundlichen Badeparadiese und die malerischen Buchten. In den großen Ferienorten sind die Strände gepflegt, mit guter Infrastruktur und feinem Sand. Leider sind die beliebten Strände, zum Beispiel Cala Millor, Cala Agulla oder Cala Bona meist auch relativ voll.
Es gibt aber auch immer wieder touristisch nicht erschlossene Küstenstreifen, deren Aufspüren sich lohnt, wenn man einsame Felsküsten und verträumte, wenig besuchte Buchten erleben möchte. Landschaftlich schöne Buchten sind zum Beispiel die Cala Mondrago, die eingerahmt von Felswänden und Pinienwald über einen herrlichen Sandstrand verfügt, oder die Cala Llombards, umgeben von Hügeln und ohne Infrastruktur eher ruhig.
Wer die Buchtenlandschaft der Ostküste von der anderen Seite kennen lernen möchte, kann eine der zahlreich angebotenen Küstenrundfahrten mit dem Schiff wahrnehmen. Diese finden fast überall täglich statt und werden zum Beispiel ausgehend von Cala Romantica, Font de Sa Cala oder Cala Ratjada angeboten.
Als zentrale Ortschaften für den Tourismus gelten Cala Ratjada und Cala Millor. Diese Urlaubsorte sind stark besucht, bieten große Strände und ein ausgedehntes Nachtleben mit Bars und Restaurants. Im Umfeld ist die Dichte an Sport- und Freizeitangeboten sehr hoch. Wegen der gut ausgestatteten Strände sind die Orte gerade bei Familien beliebt.
Ziele für Stadtbesuche sind Manacor und Arta. Manacor gilt als zweitgrößte Stadt Mallorcas und ist bekannt für seine Möbel- und Perlenindustrie. Viele Touristen kommen hierher, um die künstlich hergestellten Perlen zu erwerben. Die Stadt bietet außerdem eine schöne Pfarrkirche und ein Museum zur Stadtgeschichte. Im Gegensatz zum industriell geprägten Manacor hat Arta einen weitgehend mediterranen Charakter. Die verwinkelten Gassen laden zu malerischen Spaziergängen ein und auf dem Kalvarienberg entdeckt man neben der fantastischen Aussicht auch die mittelalterliche Burganlage und die Wallfahrtskirche Sant Salvador.
Der östlichste Punkt Mallorcas und ein schöner Aussichtspunkt zugleich ist Punta de Capdepera. Auf der Halbinsel stehen der Leuchtturm Far de Capdepera aus dem 19. Jahrhundert und die Ruine des mittelalterlichen Wachtturms Torre Embucada.
Wer Naturschauspiele liebt, wird an den zahlreichen Höhlen der Ostküste Gefallen finden. Die größten und bekanntesten sind mit Führungen für Besucher zugänglich. Die Drachenhöhlen Cuevas del Drac bei Porto Cristo beherbergen den größten unterirdischen See Europas. Direkt in der Nähe findet man die Ankelhakenhöhle Cuevas del Hams. Die Höhlen von Arta bei Canyamel sind die größten Höhlen Mallorcas.
Bei Canyamel kann der Torre de Canyamel besichtigt werden. Der massige und gut erhaltene alte Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert versetzt die Besucher in Zeiten, als Piraten die Insel bedrohten und deshalb an vielen Küstenorten diese Abwehr- und Aussichtstürme errichtet wurden. Um noch weiter in der Geschichte der Insel zu schwelgen, kann man die alte Talayot Siedlung Ses Paisses bei Arta besuchen. Die Talayot waren die Ureinwohner Mallorcas. Ihre charakteristischen Steinbauten zeugen noch heute von der Kultur dieses Volkes, das etwa 2000 Jahre v. Chr. die Insel bevölkerte.
Nicht fehlen dürfen in einer Küstenlandschaft mit Buchten und Küstendörfern die Fischerhäfen. Portocolom hat sich den Charme eines Fischerdorfs bewahrt. Viele gute Fischrestaurants laden dazu ein, fangfrischen Fisch direkt vor Ort zu genießen. In Porto Cristo findet sich ein Naturhafen, der eine vom Meer geschützte Bucht bildet. Hier ankern hauptsächlich Sportboote und Yachten, zum Bummeln lädt die Hafenpromenade ein.
Zurück in die Natur gelangt man im Parc Natural de la Peninsula de Llevant. Der Naturpark steht erst seit 2001 unter Naturschutz und gilt als wichtige Schutzzone für Vögel und Tiere der Region. Auf Wandertouren entdeckt man neben den wilden Ziegen, die hier zur Landschaftspflege eingesetzt werden, mit ein wenig Geduld die Vielfalt und Schönheit der heimischen Flora und Fauna.
Der Osten Mallorcas polarisiert mit seinen Gegensätzen und bietet gleichzeitig für jedermann das perfekte Ausflugsziel. Naturverliebte, Aktivurlauber, Badefreunde und Nachtschwärmer zieht es in die facettenreiche Region mit den wohl schönsten Buchten der Insel
Mallorcas Osten – vielseitige Küsten, malerische Buchten und Traumstrände.

