Der Norden Mallorcas ist geprägt von seinem Gebirgszug, der Serra de Tramuntana. Es ist Mallorcas höchstes Gebirge und ein Eldorado für Wanderer und Kletterer. Zerklüftete Felslandschaften und üppige Wälder erstrecken sich auf gut 90 km quer über den ganzen Inselnorden. Höchster Berg ist der Puig Major mit 1445 m. Wer die Natur liebt, kann hier in absoluter Idylle einzigartige Eindrücke gewinnen und eine ganz neue Seite Mallorcas entdecken.

Serra de TramuntanaMitten in den Bergen liegt das beschauliche Kloster Lluc. Sein Besuch lässt sich gut mit einer Wandertour vereinbaren, zumal viele schöne Picknickplätze rund um das alte Gemäuer zum Verweilen bei herrlicher Aussicht einladen. In der Klosterkirche wird die schwarze Madonna, die Moreneta, verehrt. Ob Klostergarten, Kirche, Museum, Herberge oder Aussichtspunkt: Kloster Lluc ist ein besinnlicher Ort zum Innehalten und zur Ruhe kommen.

Fotos vom Kloster Lluc:

Malerische Bergdörfer durchziehen das Tramuntanagebirge, das über weite Strecken unbesiedelt ist. So trägt das Dorf Fornalutx in der Nähe von Soller die mehrfache Auszeichnung des schönsten Dorfes Mallorcas.

Fornalutx

In den kleinen Gassen wurden die Häuser mit Blumen liebevoll herausgeputzt. Einen Bummel durch die engen Gassen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, wenn man auf Wandertour in dieser Gegend ist.

Gassen in Fornalutx

In Mallorcas Norden findet man aber bei Weitem nicht nur Berge und Natur. Wer es etwas belebter mag, findet in Pollensa und Alcudia lebhafte und beliebte Urlaubsorte. In Pollensa wird viel Kultur geboten, zum Beispiel internationale sommerliche Musikfestivals und Konzerte, die im stimmungsvollen Innenhof des Dominikanerklosters gespielt werden. Der Kalvarienberg entlohnt für den Aufstieg über 365 Treppenstufen mit einem traumhaften Panorama über die Stadt bis zum Meer.

Kalvarienberg in Pollensa

In Alcudia kommt besonders die Geschichte zum Vorschein: Die alte Stadtmauer aus Römerzeiten umschließt das Stadtgebiet noch immer.

Alcudia Stadtmauer

Ausgrabungsstätten lassen auf eine bewegte Historie schließen, die man im archäologischen Museum nachvollziehen kann. Auch auf Traumstrände muss im Norden nicht verzichtet werden. Die Buchten von Pollensa und Alcudia im Norden und Nordosten locken jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Die zugehören Küstenorte Puerto de Pollensa und Puerto Alcudia bieten Strandpromenaden zum Flanieren, Yachthäfen und schöne Sandstrände zum Schwimmen, Tauchen, Surfen und mehr.

Mallorca Nordküste

Der nördlichste Punkt der Insel ist das Cap Formentor. Die gleichnamige Halbinsel erstreckt sich als Landzunge nördlich der Bucht von Pollensa ins Meer.

Cap Formentor

Bereits die Anfahrt über die kurvenreiche Küstenstraße ist ein Erlebnis und führt vorbei an zahlreichen Aussichtspunkten und einigen der malerischsten Buchten der ganzen Insel: Cala Pi und Cala Figuera. Am Cap schließlich steht ein Leuchtturm, und auch hier wird man mit einer beeindruckenden Aussicht belohnt.

Cala Figuera am Cap Formentor

Eine Besonderheit auf Mallorca stellen die Torrents dar. Sie leiten Wasser aus den Bergen bis ins Meer. Natürliche Flüsse und Seen gibt es auf Mallorca keine. Bei Trockenheit bilden die Torrents zerklüftete Canyons und wirken wie trockene Flussbetten. Nach dem Regen aber verwandeln sie sich in teils reißende Sturzbäche. Einer der beeindruckendsten Torrents ist der Torrent de Pareis, der im Nordwesten der Insel bei Sa Calobra ins Meer mündet. Er bildet einen gigantischen Canyon. Zwischen den faszinierend hohen Felswänden kann man bei Trockenheit geführte Wanderungen unternehmen.

Torrent de Pareis

Mallorca hat noch ein weiteres hydrologisches Phänomen zu bieten: Das Naturdenkmal „La Fonts Ufanes“ befindet sich in der Region Campanet auf dem Gebiet der Finca de Gabellí Petit. Wenn Mallorca von langen, starken Regenfällen heimgesucht wurde, dann sprudeln hier, mitten im Steineichenwald, Unmengen von Wasser mitten aus dem Erdreich. Dieses unerwartete Wasserschauspiel der besonderen Art kann sich mehrmals im Jahr abspielen.

Höhlen von Campanet

In der Nähe von Campanet sind außerdem die Höhlen von Campanet zu finden. In unberührter Landschaft bilden diese Höhlen den Höhepunkt eines Wanderausflugs. Die Höhlen erstrecken sich auf einer Länge von 400 m. Eine freundliche und kompetente Führung zeigt Ihnen die unglaubliche Schönheit dieser Unterwelt aus Kalkfelsen. Im gemütlichen Café und auf der schönen Aussichtsterrasse kann man sich nach der Besichtigung stärken und ein wenig verweilen.

Aussicht von der Terrasse

Naturliebhaber entdecken eine wunderschöne Flora und Fauna im Naturpark S’Albufera in der Nähe von Alcudia. Der Park ist ein Sumpfgebiet und bietet mit seiner Pflanzenvielfalt auch zahlreichen Vogelarten, Fischen und Insekten eine geschützte Heimat. Hobby-Ornithologen können hier nach Herzenslust Vögel beobachten, und alle, die sich an intakter Natur erfreuen, werden hier auf ihren Streifzügen im Grünen viele schöne Pflanzen und Tiere entdecken. Auch mit dem Fahrrad kann der Naturpark erkundet werden.

Naturpark S’Albufera

Der Norden Mallorcas steckt voller Überraschungen. Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Aber auch die Städte des Nordens mit ihrer alten Architektur, den Pfarrkirchen, Klöstern und Märkten haben ihren Reiz. Der Norden geizt nicht mit Stränden und Buchten, sogar wahre Geheimtipps verstecken sich an der zerklüfteten Felsküste.

Mallorcas Norden – ein Traum voll unerwarteter Vielfalt zwischen rauer Küste und grünen Bergen.